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Schlosskapelle

Die Retzhofer Schlosskapelle

Im Jahr 1595 wurde Schloss Retzhof von Erzbischof Wolf Dietrich von Salzburg, mit anderen Liegenschaften und Gütern aus dem noch bestehenden salzburgischen Besitz in der Leibnitzer Gegend, an das Bistum Seckau verkauft. Der neue Lehensherr, Bischof Martin Brenner, baute den Retzhof zu seinem Alterssitz aus. Am 14. Oktober 1616 starb hier Bischof Martin Brenner und wurde vorübergehend in der Schlosskapelle bestattet. Am 5. November 1616, so berichtet die Chronik, erfolgte die Überführung nach Seckau. 

Dieser Umstand erwähnt in den Annalen erstmals ausdrücklich das Vorhandensein der Retzhofer Schlosskapelle. Vermutlich reicht aber die Geschichte der Kapelle wesentlich weiter zurück. Weiters wissen wir, dass die Retzhofer Schlosskapelle um 1743 vom damaligen steirischen Landeshauptmann „Karl Weykhard Grafen von Trautmannsdorf K.K. geheimen Rathes Besitzer des Gutes Retzhof" (zit. nach: Chronik der Pfarrkirche Leibnitz) neu errichtet wurde. Am 14. Juli 1743 wurde die, der heiligen Maria Heimsuchung gewidmete Kapelle, von Leopold Ernst, dem damaligen Bischof von Seckau, consekriert.

Das Altarblatt der Kapelle zeigt die Szene, in der Maria ihre Cousine Elisabeth besucht. Links von der Hauptszene ist Zacharias, der Mann von Elisabeth zu sehen. Rechts Josef, der Mann von Maria. Die Darstellung der Gesichter von Elisabeth und Maria wird von Kunsthistorikern als eher untypisch bezeichnet. Es entspricht einem „antikisierendem Idealbild", möglicherweise einer adeligen Dame, etwa die Frau oder die Tochter des damaligen Schlossherrn. Den Hymnus zu dieser Szene finden wir im Lukasevangelium (Lk, 1).
Der Spruch über dem Altarbild lautet: „Magnifikat anima mea dominum" (Meine Seele preist den Herrn).

Der Volksaltar

Voksaltar 
Voksaltar

Der neugestaltete Volksaltar wurde vom namhaften österreichischen Bildhauer Mag. art. Helmut Machhammer aus einem einzigen Stück Aflenzer Muschelkalk gefertigt. Der Stein entstammt dem Aflenzer Römersteinbruch und ist damit gleichsam eine geologische Erinnerung an das pannonische Urmeer, welches diese Gegend vor etwa 80 Mio. Jahren bedeckte. Der Altar ist sowohl in der künstlerischen Konzeption als auch in der Herstellung höchst anspruchsvoll gestaltet. Dem aufmerksamen Beobachter erschließt sich die ihm innewohnende Zahlensymbolik: Ein Quadrat als Grundfläche, Symbol für das Irdische. Der Altartisch als Dreieck gestaltet, symbolisiert das Göttliche. Insgesamt besteht der Altar aus sieben Flächen, die Zahl für das Vollkommene. Wie ein Blütenkelch strebt der Altar aus dem Boden, dem Oberlicht der Kapelle entgegen. Die Vorderseite, die an den Kiel eines Schiffes erinnert, ist ein weiteres Zitat des Künstlers aus dem christlichen Symbolschatz.

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